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Reverion holt 153 Mio. € für Megafactory mit 250 MW Kapazität

Das Münchner Deeptech-Startup Reverion hat am 29. September 2026 eine Series-B-Finanzierung über 153 Millionen Euro abgeschlossen, berichtet munich-startup.de.

Von Tim Brauckmann, Redaktion Startupbubble: Ökosystem, Kapital, Politik, Köpfe

Reverion holt 153 Mio. € für Megafactory mit 250 MW Kapazität
Symbolbild: Startupbubble (KI-generiert)

Das Münchner Deeptech-Startup Reverion hat am 29. September 2026 eine Series-B-Finanzierung über 153 Millionen Euro abgeschlossen, wie munich-startup.de berichtet. Lead-Investor ist Kembara, ein europäischer Wachstumsfonds mit Fokus auf Deeptech und Klimatechnologien. Mit dem Kapital plant Reverion eine Megafactory mit 250 Megawatt jährlicher Fertigungskapazität. Die Runde zeigt, wie ein Deeptech-Startup mit belegtem Kundenbetrieb und technischen Daten institutionelle Investoren für Industrialisierung gewinnt.

Die Investorenstruktur und die Rundengröße

Neben Kembara sind Allianz, KfW Capital über ein von UVC Partners verwaltetes SPV, aurum Impact und Carbon Equity neu an Bord. Die Series A von 2024 betrug 56 Millionen Euro und wurde von Energy Impact Partners angeführt. Die Series B ist damit knapp dreimal so groß wie die vorherige Runde. Im Deeptech-Bereich sind dreistellige Millionenrunden selten und setzen meist voraus, dass ein Produkt im Kundenbetrieb läuft und technische Kennzahlen belegt sind.

Megafactory und Kapazität

Die geplante Fabrik soll eine jährliche Fertigungskapazität von 250 Megawatt erreichen. Das entspricht nach Unternehmensangaben einer Verzehnfachung der bisherigen Kapazität. Am Stammsitz in Eresing ist das Team von rund 100 auf mehr als 200 Beschäftigte gewachsen. Am geplanten Produktionsstandort sollen nach Unternehmensangaben bis zu 800 neue Arbeitsplätze entstehen. Wo genau in Deutschland die Megafactory entsteht und wann die Produktion startet, nennt die Mitteilung nicht.

Kundenbetrieb und technische Belege

Aktuell befinden sich nach Unternehmensangaben sieben Reverion-Anlagen im regulären Kundenbetrieb mit einer Leistung pro Einheit von bis zu 500 Kilowatt. Im September 2025 meldete Reverion für eine Anlage im Kundenbetrieb einen elektrischen Wirkungsgrad von 74,2 Prozent. Bei der Series A 2024 hatte das Startup bereits Kunden-Vorbestellungen von mehr als 88 Millionen Euro gemeldet. Die von Reverion genannte Projektpipeline soll nach Unternehmensangaben ein potenzielles Umsatzvolumen von mehr als 1,76 Milliarden Euro umfassen.

Zwei Lesarten der Runde

Lesart eins: Reverion hat mit sieben Anlagen im Kundenbetrieb, einem belegten Wirkungsgrad von 74,2 Prozent und Vorbestellungen von mehr als 88 Millionen Euro die Voraussetzungen für eine Industrialisierung geschaffen. Die Investoren setzen darauf, dass die Nachfrage nach Brennstoffzellen mit diesem Wirkungsgrad die Kapazität einer Megafactory rechtfertigt. Die Rundengröße und die Beteiligung institutioneller Investoren wie Allianz und KfW Capital sind Belege dafür, dass Deeptech-Startups mit belegten technischen Daten und Kundenbetrieb Kapital für Skalierung bekommen.

Lesart zwei: Die Projektpipeline von 1,76 Milliarden Euro ist eine Prognose, keine Auftragslage. Vorbestellungen sind keine verbindlichen Verträge, und die Höhe der Pipeline sagt nichts darüber, wie viele Projekte tatsächlich umgesetzt werden. Die Megafactory setzt voraus, dass die Nachfrage in den kommenden Jahren stabil bleibt und dass Reverion die Produktion von sieben Anlagen auf eine Kapazität von 250 Megawatt hochfahren kann. Das Risiko liegt in der Industrialisierung, nicht im Prototyp.

Was das für Gründer heißt

Wer gerade Kapital für Industrialisierung sucht, sieht an dieser Runde drei Voraussetzungen. Erstens: Anlagen im Kundenbetrieb mit belegten technischen Kennzahlen. Reverion hat sieben Anlagen mit je bis zu 500 Kilowatt Leistung und einem Wirkungsgrad von 74,2 Prozent im Betrieb. Zweitens: Vorbestellungen oder eine belegte Nachfrage. Reverion meldete bei der Series A Vorbestellungen von mehr als 88 Millionen Euro. Drittens: Institutionelle Investoren, die bereit sind, dreistellige Millionenbeträge in Produktionskapazität zu stecken. Die Beteiligung von Allianz und KfW Capital zeigt, dass Deeptech-Startups mit belegten Daten für Industrialisierung Kapital bekommen, das über klassische Venture-Runden hinausgeht.