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Deutsche Startups sammeln 8 Mrd. Euro bis September 2026

Deutsche Startups sammelten bis September 2026 acht Milliarden Euro ein – 500 Millionen mehr als im gesamten Vorjahr 2025, zeigt der Deutsche Startup Monitor 2026.

Von Tim Brauckmann, Redaktion Startupbubble: Ökosystem, Kapital, Politik, Köpfe

Deutsche Startups sammeln 8 Mrd. Euro bis September 2026
Symbolbild: Startupbubble (KI-generiert)

Deutsche Startups haben zwischen Januar und September 2026 acht Milliarden Euro Wagniskapital eingesammelt, zeigt der Deutsche Startup Monitor 2026. Das sind 500 Millionen Euro mehr als im gesamten Jahr 2025, in dem 7,5 Milliarden Euro flossen. Zehn Unternehmen erreichten 2026 erstmals eine Milliardenbewertung, womit Deutschland nun 39 Unicorns zählt. Der Monitor befragte zwischen Mitte Juni und Ende August 2026 insgesamt 1.803 Gründerinnen und Geschäftsführer.

Zwei Lesarten: Aufschwung oder Konsolidierung

Die erste Lesart: Mehr Kapital und zehn neue Unicorns sprechen für einen Aufschwung. Treiber sind laut Monitor Deeptech, Energytech und Defence. Für 53 Prozent der Startups bildet Künstliche Intelligenz mittlerweile den Kern ihres Produkts, 2025 waren es 45 Prozent. 83 Prozent der befragten Startups wollen in den kommenden zwölf Monaten neue Mitarbeiterinnen einstellen und ihre Teams im Durchschnitt um 5,5 Personen vergrößern.

Die zweite Lesart: Die Zahl der Finanzierungsrunden liegt rund ein Viertel unter dem Niveau von 2021, wie der Monitor zeigt. Von den Startups mit Börsenplänen bevorzugen 62 Prozent eine US-Börse, lediglich 27 Prozent würden Deutschland wählen. 64 Prozent der Startups nutzen überwiegend oder ausschließlich US-Anbieter für technologische Infrastruktur. 89 Prozent der Gründerinnen wünschen sich mehr Wagniskapital aus Deutschland und Europa.

Kapital fließt in andere Bereiche

Die acht Milliarden Euro verteilen sich anders als in den Vorjahren. Deeptech, Energytech und Defence ziehen Kapital, während klassische Software-Startups weniger Runden abschließen. Die zehn neuen Unicorns entstehen zunehmend auch außerhalb der bisherigen Zentren Berlin und München, wie der Monitor zeigt. Welche zehn Startups 2026 eine Milliardenbewertung erreichten, nennt der Monitor nicht.

51 Prozent der Startups erhalten Unterstützung von Universitäten. Kooperationen zwischen Startups und etablierter Wirtschaft gehen zurück, berichtet das Markenartikel Magazin unter Berufung auf den Monitor.

Was das für Gründer heißt

Wer gerade Kapital sucht, sieht an den Zahlen drei Dinge. Erstens: Deeptech, Energytech und Defence bekommen Geld, klassische Software-Startups weniger. Zweitens: Die Zahl der Runden liegt ein Viertel unter 2021, das heißt weniger Teams bekommen Kapital, auch wenn die Gesamtsumme steigt. Drittens: Wer einen Börsengang plant, muss sich entscheiden, ob er in Deutschland bleibt oder in die USA geht, wo 62 Prozent der Startups mit Börsenplänen hinwollen.

Für Teams, die in den kommenden zwölf Monaten einstellen wollen, bedeutet das: 83 Prozent der Startups konkurrieren um dieselben Leute, im Schnitt suchen sie 5,5 Personen. Wer KI im Kern seines Produkts hat, steht nicht mehr allein: 53 Prozent der Startups tun das mittlerweile.