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Personio übernimmt Circula und bündelt alle Ausgaben
Personio übernimmt am 6. Oktober 2026 das Berliner Fintech Circula und firmiert ab sofort als Circula by Personio, wie das Unternehmen am 6. Oktober 2026 mitteilte.
Von Tim Brauckmann, Redaktion Startupbubble: Ökosystem, Kapital, Politik, Köpfe

Personio übernimmt am 6. Oktober 2026 das Berliner Fintech Circula und bündelt damit nach eigenen Angaben als erster europäischer Anbieter Gehalt, Auslagen, Reisekosten, Firmenkarten und Benefits in einer Software. Ab dem 6. Oktober firmiert Circula als Circula by Personio, das Team wechselt zu Personio. Einen Kaufpreis nennt die Mitteilung nicht.
Was beide Unternehmen machen
Personio betreibt eine HR- und Payroll-Plattform, die laut eigenen Angaben von mehr als 16.000 Unternehmen mit insgesamt 1,6 Millionen Mitarbeitenden genutzt wird. Das 2015 in München gegründete Unternehmen beschäftigt über 1.500 Personen an sechs Standorten in Europa.
Circula wurde 2017 in Berlin gegründet und bietet eine Plattform für Ausgabenmanagement. Laut Personio vertrauen mehr als 3.000 europäische mittelständische Unternehmen Circula bei Auslagen, Reisekosten, Firmenkarten und Mitarbeiter-Benefits. Viele der 16.000 Personio-Kunden nutzen laut der Mitteilung bereits beide Systeme parallel.
Lesart 1: Integration als Vorteil
Hanno Renner, CEO und Mitgründer von Personio, erklärt: "Mit Circula an Bord bündelt Personio alles, was ein Unternehmen für seine Mitarbeitenden ausgibt, an einem Ort – vom Gehalt über Auslagen bis zu Benefits. Das ist eine Premiere in Europa."
Nikolai Skatchkov, CEO und Mitgründer von Circula, sieht in der Übernahme einen Vorteil für die steuerliche Integration: "Bisher wurde aber steuerliche Logik beim Ausgabenmanagement und bei Payroll immer von zwei unterschiedlichen Unternehmen gebaut. Der Zusammenschluss mit Personio ändert das."
Veronika von Heise-Rotenburg, CFO von Everphone, einem Kunden beider Systeme, erklärt: "Dass beide jetzt noch enger zusammenwachsen, ist genau der Schritt, auf den wir gewartet haben."
Lesart 2: Offene Fragen zur Umsetzung
Die Mitteilung nennt weder einen Kaufpreis noch eine technische Roadmap für die Integration. Unklar bleibt, wann die beiden Systeme tatsächlich zu einer Plattform verschmelzen und ob beide Produkte parallel verfügbar bleiben.
Was das für Gründer heißt
Wer bereits Personio oder Circula nutzt, sollte drei Fragen klären. Erstens: Bleibt der bisherige Vertrag bestehen oder ändern sich Konditionen. Zweitens: Wie lange laufen beide Systeme parallel, und ab wann ist die Integration verfügbar. Drittens: Welche Daten müssen bei einer Zusammenführung migriert werden, und wer trägt den Aufwand.
Für Teams, die gerade ein HR- oder Ausgabensystem suchen, zeigt die Übernahme, dass Anbieter ihre Produktpalette durch Zukäufe erweitern. Ob die versprochene steuerliche Integration tatsächlich funktioniert, lässt sich erst beurteilen, wenn die technische Umsetzung abgeschlossen ist.